Meisterabitur

Generell ist es so, dass es in der Bundesrepublik Deutschland Berufszweige gibt, in denen Gesellen nach bestandener Prüfung ihren Meister machen können. Dies geschieht durch eine fachbezogene Weiterbildung, meist so genannte Meisterschulen.Diese Weiterbildung berechtigt nach bestandenem Diplom einen Meister dazu, einen Betrieb zu leiten und auch Personen auszubilden.

Durch das bestandene Meisterdiplom hat die sich nun als Meister betitelte Person ein umfassendes Wissen im technischen, kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Bereich in seinem  Beruf erlangt. Mittlerweile werden dieses Meisterdiplom und eine dazu ausreichende Berufserfahrung als Abitur anerkannt.

Normalerweise  ist es in der Bundesrepublik Deutschland so, dass jeder sein Abitur im ersten oder zweiten Bildungsweg absolvieren kann. Hierzu stehen viele Schulen und auch Institutionen zur Verfügung. Jeder, der sein Abitur bestanden hat, hat danach die Möglichkeit ein Studium zu beginnen. Dies kann entweder an einer Universität oder einer Fachhochschule stattfinden.

Was ist das Meisterabitur?

Es gibt aber auch Ausnahmen. Seit dem Jahre 1998 besteht die Möglichkeit auch ohne Abitur zu studieren. Dies klingt in erster Linie natürlich sehr viel versprechend. Dennoch gibt es Eingrenzungen bei Personenauswahl. Nicht jeder ist dazu berechtigt. Das Studieren ohne ein Abitur ist nur bestimmten Berufszweigen vorbehalten. Dazu gehören auf jeden Fall Personen, die in einem Berufszweig den Meister gemacht haben. Deshalb spricht man hierbei auch von dem so genannten Meisterabitur.

Im Jahre 2009 fand in der Politik ein Bildungsgipfel statt, bei dem über genau dieses Meisterabitur verhandelt wurde. Grund war das Vereinfachen des Hochschulzugangs. Hierbei werden Meister, Fachwirte, sowie Techniker und Personen mit ähnlichen Qualifikationen angesprochen. Aber auch weiterhin bestehen besondere Auflagen, wenn eine Person ohne Abitur studieren möchte.

Die Anforderungen für diese Personengruppen sind von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. Auch jede Fachhochschule selbst hat oftmals verschiedene Ansichtspunkte zum Meisterabitur und setzt deshalb auch ihre Zulassung zum Studium unterschiedlich an.

Gelockert ist mittlerweile auch, dass ein Meister die Möglichkeit hat in jedem Bundesland ein Studium an einer Fachhochschule aufzunehmen.

Zielgruppe und Voraussetzungen für das Meisterabitur

In Deutschland ist es so, dass es einige Berufe gibt, bei denen man den Meister machen kann.
Grundsätzlich lässt sich sagen, es hierbei Handwerksberufe, wie auch gewerblich-technische Berufe und Industrieberufen in erster Linie angesprochen sind.

Jeder Geselle, der die Gesellenprüfung bestanden hat, kann sich theoretisch zum Meister weiterbilden lassen. Eine Weiterbildungspflicht zum Meister besteht allerdings, wenn man sich in seinem Beruf selbstständig machen möchte. Des Weiteren wird die bestandene Meisterprüfung benötigt, um einen Betrieb leiten zu dürfen. Handwerkliche Betriebe dürfen auch nur dann Personen ausbilden, wenn ein Meister angestellt ist oder selbst den Betrieb leitet.

Wenn man davon ausgeht, dass eine Meisterprüfung mittlerweile in Deutschland auch als Abitur anerkannt wird, ist dieses Diplom auch für Personen wichtig, die studieren möchten. Wer also eine Tätigkeit in einem dieser genannten Bereiche ausüben möchte, muss auf jeden Fall im Vorfeld das Meisterabitur erfolgreich bestanden haben.

Voraussetzungen für das Absolvieren des Meisterabiturs

Jede Person, die sich für ein Meisterabitur interessiert, muss ganz bestimmte Voraussetzungen mit sich bringen. Hier sei zunächst nochmals erwähnt, dass es nur ganz bestimmte Berufszweige gibt, in denen dies auch möglich ist.
Da die bestandene Meisterschule auch als Abitur angesehen wird, ist es verständlich, dass auch in diesem Bereich eine Prüfung, die so genannte Meisterprüfung abgelegt werden muss.
Auch hierzu gibt es ganz bestimmte Voraussetzungen, ohne die keine Zulassung zur Meisterprüfung gegeben wird. Diese können jedoch  von Bundesland zu Bundesland und von Meisterschule zu Meisterschule variieren.
Aber es gibt auch allgemeine Voraussetzungen, die immer erfüllt werden müssen.

Zu den Zulassungskriterien gehören u.a.

  • eine bestandene Gesellenprüfung in diesem oder einem verwandten Beruf oder
  • eine bestandene Ausbildungsprüfung in dem Berufszweig, in dem man den Meister machen möchte oder
  • eine Gesellenausbildung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf oder
  • eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf mit bestandener Prüfung.

In den letzten beiden Punkten ist es so, dass die für das Meisterabitur interessierte Person aber in dem Beruf, in dem er das Meisterabitur ablegen muss, eine mehrjährige Berufserfahrung vorzuweisen hat.
Auch ist es möglich die Meisterprüfung zu machen, wenn die Person

  • bereits eine Meisterprüfung bestanden hat oder
  • ihren Grundwehrdienst in dem Bereich absolvieren konnte, in dem das Meisterabitur geplant ist. Dann wird diese Wehrdienstzeit auf die Berufsjahre angerechnet

Die für das Meisterabitur notwendigen Kenntnisse werden an den so genannten Meisterschulen erworben. Es ist aber nicht zwingend erforderlich solch einen Kurs zu besuchen. Denn wer an einer Meisterschule oder zu einem Vorbereitungskurs angemeldet ist, der nimmt nicht automatisch an der Meisterprüfung teil.
Ansonsten muss man sich zu dieser unabhängig anmelden. Dies geschieht durch einen schriftlichen Antrag. Solch einen Antrag muss eine Person, die an einer Meisterprüfung teilnehmen möchte, an die jeweilige Geschäftsstelle des Meisterprüfungsausschusses, die sich in den einzelnen Handwerkskammern befindet, richten. Unter anderem bekommt man auch dort den Antrag ausgehändigt. Allerdings ist es mittlerweile auch möglich, sich im Internet auf den entsprechenden Seiten solch einen Antrag auszudrucken.
Für die Zulassung zu einer Meisterprüfung gibt es bestimmte Punkte, die erfüllt werden müssen. Diese Zulassungsvoraussetzungen sind in der Verordnung über das Zulassung- und allgemeine Prüfungsverfahren für die Meisterprüfung im Handwerk und in handwerksähnlichen Gewerben, kurz MPVerfVO, festgesetzt.
Im Internet kann sich jeder uneingeschränkt über diese Zulassungspunkte informieren.
Neben den zulassungspflichtigen Meisterberufen gibt es noch die zulassungsfreien. Darunter wird verstanden, dass diese Gewerbe auch ohne Meisterbrief geführt werden können. Hierzu muss aber erwähnt werden, dass in diesem Fall kein Meisterabitur besteht und somit auch kein Studium begonnen werden kann.
Wer sich also für eine Meisterprüfung interessiert, sollte sich auf jeden Fall beim entsprechenden Stellen zusätzliche Informationen einholen.

Wer bietet das Meisterabitur an?

Bevor näher auf die Anbieter des Meisterabiturs eingegangen werden kann, sollte nochmals erwähnt werden, dass das Meisterabitur lediglich vorhanden ist, wenn eine Person die Teilnahme an einer Meisterprüfung bestanden hat.

Da diese Prüfung in vier Teile aufgegliedert ist, wird sie auch an unterschiedlichen Orten ausgeführt. Hierbei ist zu sagen, dass der praktische Teil einer Meisterprüfung immer in einem entsprechenden Betrieb stattfindet. Meist ist es so, dass ein Meisterstück angefertigt werden muss. Dies kann in der Regel nur mit den entsprechenden Gerätschaften stattfinden. Hierbei kommt es natürlich darauf an, in welchem Bereich eine Meisterprüfung abgelegt wird. So ist es z. B. bei der Prüfung zum Stuckateurmeister so, dass diese Prüfung auf einer Baustelle stattfindet. Bei einem Tischlermeister wird die Prüfung in einem Handwerksbetrieb abgelegt. Eventuell stehen auch die Übungswerkstätten der Handwerkskammern zur Verfügung.

Anders sieht es bei den theoretischen Teilen der Meisterprüfung aus. Diese werden ausschließlich in den jeweiligen Handwerkskammern durchgeführt. Abgenommen werden die Prüfungen vom zuständigen Meisterprüfungsausschuss.

Der Weg zum Meisterabitur

Da es in der Regel so ist, dass sich Interessierte des Meisterabiturs vorher zu einem Vorbereitungskurs anmelden, sollte man auch darauf eingehen, wer solche Kurse anbietet.

Hierzu sei zunächst gesagt, dass die verschiedenen Wege zum Meisterabitur auch von verschiedenen Institutionen angeboten werden.

1. Vollzeit- und Teilzeitunterricht

Der Vollzeit- und Teilzeitunterricht zum Vorbereiten auf eine Meisterprüfung kann bei folgenden Institutionen durchgeführt werden:

  • Industrie- und Handelskammer (IHK)
  • Handwerkskammer (HWK)
  • Fachschulen
  • Fachhochschulen
  • Akademien
  • Berufsbildungszentren (BBZ) der Handwerkskammern
  • Gewerbliche Lehranstalten
  • Eigenständige Meisterschule

2.  Fernlehrgänge:
Bei den so genannten Fernlehrgängen gibt es auch unterschiedliche Anbieter. Einige davon sind in eigenständiger Trägerschaft, andere wiederum arbeiten mit Hochschulen zusammen. So kann man sich über Fernlehrgänge beispielsweise bei solchen Institutionen informieren, die auch das Abitur nachholen generell als Fernschulung in ihr Repertoire aufgenommen haben. Das Institut für Lernsysteme, die Studiengemeinschaft Darmstadt, die Hamburger Akademie für Fernstudien sowie Fernakademie für Erwachsenenbildung können hier genannt werden.

Vor- und Nachteile des Meisterabiturs

Ist die Meisterprüfung wirklich ein sinnvoller Weg, um in den Besitz einer Hochschulzugangsberechtigung, also eines Abiturs zu gelangen? Diese Frage lässt sich erst beantworten, wenn man die verschiedenen Vor- und Nachteile dieses Abiturwegs gegeneinander abwägt.
Mittlerweile ist es bei den Handwerksberufen so, dass sie unterschieden werden in zulassungspflichtige und zulassungsfreie Gewerbe. Dies bedeutet für einige Berufszweige, dass nicht mehr zwingend ein Meister vorhanden sein muss.

Meisterabitur- eine gute Wahl oder nicht?

Aber was bedeutet dies für Personen, die sich eventuell um ein Studium bemühen möchten? Ohne eine bestandene Meisterprüfung ist auch kein Meisterabitur vorhanden. Dies bedeutet somit, dass interessierte Personen, auch wenn sie eine leitende Position in einem Betrieb innehaben, nicht studieren können, weil kein Meisterabitur vorhanden ist. Allein dies spricht für den Besuch einer Meisterschule.

Des Weiteren erlernt man durch die Vorbereitung zur Meisterprüfung grundlegende Dinge, die in der Gesellenlehre nicht relevant waren. Somit hat ein geprüfter Meister ein fundiertes Mehrwissen, was seine Kompetenz gegenüber den Mitarbeitern steigen lässt.

Auch Lehrlinge haben einen großen Vorteil, wenn ihr Meister die Meisterprüfung absolviert hat.

Was spricht für das Meisterabitur?

Doch was spricht nun für das Meisterabitur im Konkreten? Einiges, wie man nachfolgend erkennen kann:

  • Das Meisterabitur orientiert sich stark an der Praxis, so dass die Lerninhaltsvermittlung für den Schüler erleichtert ist.
  • Verschiedene Unterrichtsmodelle ermöglichen das parallele Ausüben einer Berufstätigkeit, die sogar dem Schulerfolg zuträglich ist.
  • Das Meisterabitur kann über Arbeitgeber aber auch Sozialleistungsträger gefördert werden.
  • BaFÖG und Arbeitsentgelt sichern den Lebensunterhalt.
  • Die viergliedrige Prüfung ermöglicht es, das Abitur nicht nur mittels theoretischer Abfragen sondern auch in einem praktischen Kontext zu erlangen.

Was spricht gegen das Meisterabitur?

Natürlich sprechen auch einige Punkte gegen das Meisterabitur, so dass man diese Aspekte nicht verschweigen sollte:
  • der Kostenaufwand eines Meisterabiturs ist nicht zu verachten.
  • Staatliche Unterstützungen sind lediglich Zuschüsse und belassen einen beachtlichen Anteil an Eigenleistungen.
  • Das Meisterabitur ist im Vollzeitunterricht zeitintensiv, erstreckt sich jedoch im nebenberuflichen Unterrichtsmodell über einen langen Zeitraum.
  • Freistellungsphasen gehen mit finanziellen Einbußen einher, wobei nicht jeder Betrieb auf einen Mitarbeiter verzichten und die Freistellung mitunter versagt werden kann.
  • Nebenberufliche Unterrichtsmodelle sowie Fernunterricht gehen mit massiven Freizeiteinbußen einher.
  • Allein mit dem Ziel des Meisterabiturs ist die Meisterprüfung ein schwieriger Weg, der das Bestehen von vier Teilprüfungen voraussetzt.
  •  Die bestandene Meisterprüfung bedeutet nicht immer den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife, sondern gelegentlich auch die Anerkennung der Fachhochschulreife. Nicht alle Studienoptionen sind somit frei zugänglich.

Als Fazit sei zu sagen, wer in der Zukunft ein Studium in einem handwerklichen Gewerbe machen möchte, sollte auf jeden Fall das Meisterabitur besitzen. Für alle anderen gilt, dass sie das Meisterabitur in den zulassungspflichtigen Gewerben benötigen, wenn sie in leitenden Positionen arbeiten oder einen Betrieb leiten möchten. Personen, die in einem zulassungsfreien Betrieb arbeiten, sollten abwägen, ob sie den Zeitaufwand auf sich nehmen oder das Abitur lieber auf einem anderen Weg nachholen.

Auf jeden Fall ist es für jeden Arbeiter in einem handwerklichen Berufszweig eine Überlegung wert, den Meister und somit das Meisterabitur zu machen.

Kosten eines Meisterabiturs

Die Kosten für ein Meisterabitur sind sehr unterschiedlich. Hier kommt es darauf an, in welchem Bereich man seine Meisterprüfung ablegt und ab welchem Unterrichtsmodul man in die Meistervorbereitung und damit die Phase des Meisterabiturs einsteigt.

Wer sich für einen Vorbereitungskurs entschieden hat, hat natürlich einen höheren Kostenaufwand. Dieser kann bis zu über 5.000 Euro betragen. Allerdings ist es hier durchaus möglich, dass Arbeitgeber die Kosten übernehmen oder sich zumindest an ihnen beteiligen, insofern die Meisterweiterbildung ihres Mitarbeiters als einen Mehrwert für das Unternehmen ansehen. Dies muss aber mit dem Arbeitgeber im Vorfeld abgesprochen werden.

Das Meisterabitur selbst, welches ja nur durch die bestandene Meisterprüfung erreicht wird, bringt auch Kosten mit sich. Jeder einzelne Teil der gesamten Prüfung kostet um die 200 Euro, was in der Gesamtsumme für alle vier Prüfungsabschnitte rund 800 Euro Auslagen verursacht. Auch der Meisterbrief muss vom Teilnehmer bezahlt werden.

Finanzierungsmöglichkeiten des Meisterabiturs

Wie bereits erwähnt besteht auf der einen Seite die Möglichkeit, die Kostenübernahme für das Meisterabitur durch den Arbeitgeber zu sichern. Dies ist jedoch eine Kann-Leistung, die individuell zu klären ist.

Es gibt für angehende Meister aber auch das so genannte Meister BaFÖG, welches nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz gewährleistet wird. Dieses Gesetz sagt aus, dass nur Fortbildungen, die mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen, bezuschusst werden, worunter ein vollständiger Besuche einer Meisterschule fallen würde.

Das BaFÖG für werdende Meister ist zum Teil ein Zuschuss und zum Teil ein Darlehen. Die genauen Angaben kann man im Internet einsehen oder auch bei den jeweiligen Handwerkskammern erfragen.

Auch die Kostenleistung der Meisterprüfung wird unterstützt. Dies geschieht über ein Darlehen und kann die Hälfte der Kosten decken, aber höchstens 1.534 EUR betragen.

Die genauen Auslagen kann jeder Interessierte bei den Handwerkskammern erfragen.

Freistellungsphasen mit Einkommenseinbußen

Bevor man das Meisterabitur ins Auge fasst, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Meisterschule keine Angelegenheit ist, die nebenbei erledigt werden kann. Will man zeitlich zügig voranschreiten, so ist der Vollzeitbesuch der Meisterschule vonnöten. Die bedeutet, dass man vom jeweiligen Arbeitgeber freigestellt werden muss. Unbezahlter Urlaub lautet in diesem Kontext das zentrale Schlagwort.

Doch trotzdem muss der Lebensunterhalt gesichert sein. Bezieht man keine Einkommen aus anderen Quellen, so bleibt abzuwägen, ob das Meisterabitur nicht doch im nebenberuflichen Unterrichtsmodell anzustreben ist.

Dauer und Organisation des Meisterabiturs

Grundsätzlich ist zum Erreichen des Meisterabiturs zu sagen, dass nicht zwingend eine Meisterschule oder ein Vorbereitungskurs besucht werden muss. Ausschlaggebend für das Meisterabitur ist lediglich die Meisterprüfung. Wer sich also zutraut, diese ganz ohne Vorbereitung in Angriff zu nehmen, kann dies auf jeden Fall gerne tun.

Meist ist es jedoch so, dass Interessierte des Meisterabiturs ihr Wissen auffrischen wollen, um dann an der Meisterprüfung teilzunehmen und somit das Meisterabitur zu erreichen.

Es gibt in den Berufszweigen, in denen man einen solchen Abschluss machen kann, verschiedene Wege. Dies ist abhängig vom jeweiligen Beruf, in dem das Meisterabitur gemacht werden soll und auch vom entsprechenden Bundesland.

Wer sich sein bereits vorhandenes Wissen durch einen Vorbereitungskurs oder eine Meisterschule vertiefen möchte, muss natürlich eine bestimmte Dauer einhalten. Diese kann natürlich sehr unterschiedlich sein. In erster Linie hängt die Dauer davon ab, auf welche Art man die Meisterschule macht. Hier gibt es den Vollzeitunterricht, den Teilzeitunterricht an einer Abendschule und das Fernstudium.

  1. Meisterabitur in Vollzeit = 3 bis 24 Monate
  2. Meisterabitur in Teilzeit = 48 Monate

Wie bereits erwähnt kann das Meisterabitur auch durch ein Fernstudium erlangt werden. Wer sich für ein Fernstudium zum Erlangen des Meisterabiturs interessiert, muss die Meisterprüfung in einer nahe gelegenen Handwerkskammer ablegen.

Die Organisation der einzelnen Lehrinstitutionen

Der Sinn des Vollzeitunterrichts ist es, dass Personen, die das Meisterabitur erreichen wollen, schnell zu ihrem Ziel gelangen. Die meisten der Interessenten stehen in einem festen Arbeitsverhältnis und lassen sich demnach von ihrem Arbeitgeber freistellen. Falls sich ein Lehrinstitut nicht in unmittelbarer Nähe befindet, besteht oftmals auch die Möglichkeit über die Einrichtung Zimmer anzumieten.

Anders ist es natürlich mit der Abendschule. Hier kann jeder nebenberuflich teilnehmen. Es ist aber Fakt, dass über diese Art von Lehrgang das Erreichen des Meisterabiturs erheblich länger dauert. Allerdings bietet der Besuch der Abendschule für den Teilnehmer die Chance, dass er das Gelernte direkt in der Praxis, also seinem Berufsalltag umsetzen kann.

Ganz anders ist es beim Fernstudium. Hier ist jede Person in erster Linie auf sich selbst gestellt. Die Teilnehmer erhalten von dem jeweiligen Lehrinstitut ein so genanntes Starterpaket. Auch werden Dozenten bereitgestellt, die die Teilnehmer begleiten. Sie sind für Fragen, Tipps und natürlich beim Korrigieren der Hausarbeiten da.

Es sei aber nochmals erwähnt, dass jeder Teilnehmer zum Erreichen des Meisterabiturs seine Meisterprüfung erfolgreich abschließen muss. Die Vorbereitung dient lediglich zur Unterstützung zum Erreichen des Meisterabiturs.

Die Meisterprüfung setzt sich aus vier Teilen zusammen:

1. Fachbezogene Prüfung:

Anfertigung eines zu überprüfenden Meisterstücks

2. Theoretische Prüfung:

Schriftliche Abfrage des erworbenen Unterrichtsstoffs

3. Arbeitspädagogische Prüfung:

Fallbearbeitungen aus den Bereichen der Mitarbeiterführung und Ausbildung

4. Wirtschaftliche und rechtliche Prüfung:

Überprüfung der Verinnerlichung wirtschaftlicher und rechtlicher Berufsaspekte.

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