Abitur auf dem ersten Bildungsweg

Der traditionelle Pfad zum Abitur läuft über den ersten Bildungsweg. Und schon stellt sich die Frage, was darunter eigentlich zu verstehen ist.

Als erster Bildungsweg wird die schulische Ausbildung bezeichnet, die von Beginn der Schulpflicht bis hin zum erzielten Schul- und anschließend auch Berufsabschluss führt. In der Regel folgt somit der erste Bildungsweg einem exakten Schema, welches sich lediglich hinsichtlich der Voraussetzungen, die im Bildungssektor in den einzelnen Bundesländern vorherrschen, unterscheidet.

Demnach startet der erste Bildungsweg klassischerweise mit dem Besuch der Grundschule im Alter von sechs Jahren. Nach dem vierjährigen Absolvieren dieses Schulsystems steht im Rahmen des ersten Bildungswegs folglich die Wahl der weiterführenden Schule an. Hier kann es jedoch Diskrepanzen innerhalb der einzelnen Bundesländer geben. So stehen beispielsweise

  • Hauptschulen,
  • Realschulen,
  • Erweiterte Realschulen,
  • Gesamtschulen,
  • Gymnasien und
  • Gemeinschaftsschulen

zur Debatte.

Die weiterführenden Schulen innerhalb des ersten Bildungswegs

Bei der Wahl für oder gegen ein weiterführendes Schulsystem innerhalb des ersten Bildungswegs sollte man sich das angestrebte Bildungsziel stets vor Augen halten. Denn nicht an allen Schulen ist gleichermaßen jeder Abschluss erreichbar.

So endet die Hauptschule mit dem Erwerb des Hauptschulabschlusses als allgemein geringste Bildungsmöglichkeit, während die Realschule ebenfalls mit Hauptschulabschluss verlassen werden kann, jedoch im besten Fall der mittlere Bildungsabschluss erlangt wird. Erweiterte Realschulen sind in manchen Bundesländern an die Stelle der Haupt- und Realschulen getreten und ermöglichen beide Abschlüsse in Abhängigkeit der schulischen Leistungen.

Gymnasien sind die klassischen Institutionen zum Ablegen der Abiturprüfungen, wenngleich es hier länderspezifische Diskrepanzen hinsichtlich G8 und G9 gibt und sowohl Hauptschul- wie auch mittlerer Bildungsabschluss durchaus ebenfalls möglich sind. Das G8 ist eine neue Abiturform, die seit der Schulreform an allen Gymnasien, außer in Rheinland-Pfalz angeboten wird. G8 bedeutet dabei, dass die Abiturprüfung nach acht gymnasialen Schuljahren abgelegt wird, also in der Klassenstufe 12.

Beim G9 handelt es sich um den klassischen Abiturweg mit der Prüfung nach 9 Schuljahren, also in Klassenstufe 13. Dieser Weg kann eben nur noch in Rheinland-Pfalz beschritten werden, oder aber über die Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen, die das Abitur ausschließlich über das G9 anbieten. Die Gesamtschulen sollen eine einheitliche Schuleinrichtung mit der Möglichkeit sämtlicher Schulabschlüsse einschließlich des Abiturs darstellen, wenngleich dieses nach neun Jahren erworben wird.

Die Gemeinschaftsschule, wie sie beispielsweise zum Schuljahr 2012/2013 im Saarland eingeführt wird, soll die Haupt-, Real- und Gesamtschulen ersetzen und in Anlehnung an das Konzept letzterer als zweite Säule neben dem Gymnasium existieren und nach neun Jahren zum Abitur führen, wobei auch hier leistungsrelevante Einstufungen in dem angestrebten Bildungsziel und entsprechende Kurse erfolgen sollen.

Es wird also deutlich, dass auch auf dem ersten Bildungsweg verschiedene Optionen zum Erwerb des Abiturs zur Verfügung stehen. Für alle, die dieses Ziel während des ersten Bildungswegs nicht erreicht haben, bleibt dann jedoch die Möglichkeit des zweiten Bildungswegs offen.

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